Schloss

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Schloss

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Schloss [ Él…Ēs], das; -es, Schl√∂sser [' ÉlŇďs…ź]:
1. (an T√ľren und an bestimmten, verschlie√übaren Beh√§ltern) Vorrichtung zum Verschlie√üen:
ein einfaches, rostiges Schloss; das Schloss der T√ľr; den Schl√ľssel ins Schloss stecken.
Zus.: Sicherheitsschloss, T√ľrschloss.
2. meist mehrfl√ľgliges (den Baustil seiner Zeit repr√§sentierendes), pr√§chtig ausgestattetes Wohngeb√§ude f√ľrstlicher Herrschaften:
das Heidelberger Schloss; auf/in einem Schloss wohnen.
Syn.: ‚ÜĎ Palast.
Zus.: Barockschloss, F√ľrstenschloss, K√∂nigsschloss.

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schloŐ£ss ‚Üí schlie√üen

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schloŐ£ss:
‚ÜĎ schlie√üen.

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Schloss,
 
1) Baukunst: Wohn-, auch Regierungssitz von weltlichen und geistlichen Landesherren, anderen Adligen und reichen B√ľrgern. Das Schloss ist, im Unterschied zur Burg, in erster Linie zum repr√§sentativen Wohnen bestimmt, doch zeigen die Schl√∂sser des 15. und 16. Jahrhunderts noch ihre Herkunft von der mittelalterlichen H√∂henburg (Albrechtsburg in Mei√üen, Trausnitz in Landshut), der Wasserburg (Gripsholm) oder dem befestigten Kastell (Caprarola). Die Einf√ľhrung der Feuerwaffen und die damit ver√§nderte Befestigungstechnik, das gesteigerte Selbstbewusstsein der Renaissancef√ľrsten und die Stabilisierung der Landeshoheiten f√ľhrten auch beim Profanbau des Schlosses zu einer Prachtentfaltung, die im Mittelalter fast ausschlie√ülich dem Sakralbau vorbehalten war.
 
 
Die Schl√∂sser der Renaissance in Frankreich und Deutschland sind aus √§lteren und neueren Teilen zusammengewachsen (Blois, Fontainebleau, Heidelberg, Torgau) oder schon regelm√§√üig mit einem vierseitig umschlossenen Hof und gro√üen Eckt√ľrmen oder -pavillons angelegt (Chambord, √Ėrebro, Aschaffenburg). Vierfl√ľgelanlagen sind auch die Stadt- und Residenzschl√∂sser in Dresden, Stuttgart und der Neubau des Louvre in Paris. Die Residenz in Landshut √ľbernahm den Bautyp des italienischen Renaissance-Palazzo. Im 16. Jahrhundert waren die Landschl√∂sser meist kleinere, aber k√ľnstlerisch anspruchsvolle Bauten, so die Schl√∂sser der Weserrenaissance in Deutschland, der k√∂niglichen Hofbeamten und reichen B√ľrger in Frankreich (Chenonceaux) und die Landadelssitze in England (Wollaton Hall bei Nottingham). Nationalen Bautraditionen verhaftet, spiegeln sie doch auch in ihrem oft geistreichen Eklektizismus weltm√§nnische Kenntnis historischer Formenelemente wie zeitgen√∂ssische Architekturtheorie. Die Trakte wurden regelm√§√üig gruppiert, die Geschosse einheitlich hoch angeordnet, die Treppen k√ľnstlerisch gestaltet, Galerien angelegt, R√§ume (Appartements) und Raumfolgen ausgebildet; es erfolgte die √úbernahme der italienischen Loggia und im Innenraum die Verwendung der Ornamentik der florentinischen Fr√ľhrenaissance, des italienischen Manierismus und der fl√§mischen Dekorationskunst. Der blockhaft geschlossene Vierfl√ľgelbau mit der Assoziation des ¬Ľfesten Schlosses¬ę wurde zur Dreifl√ľgelanlage mit niedriger Galerie oder Mauer mit Torpavillon als vorderem Hofabschluss aufgelockert (√Čcouen, Anet, Palais du Luxembourg in Paris). Ausgedehnte Schlossg√§rten entstanden (Anet, Heidelberg, Stuttgart). Im 17. Jahrhundert fand der Typus des Landschlosses Verbreitung, der besonders durch die nach antiken √úberlieferungen durch A. Palladio entwickelte ¬ĽVilla suburbana¬ę (Villa Rotonda bei Vicenza) und ¬ĽVilla rustica¬ę (Villa Barbaro bei Treviso, Villa Bader bei Rovigo) angeregt wurde.
 
 Barock
 
Die Bl√ľtezeit des Schlosses liegt im Barock. Gro√üe Vierfl√ľgelanlagen sind selten (Residenzschl√∂sser in Berlin, Stockholm). Zukunftweisend war die weitr√§umige, zur Stadt ge√∂ffnete Dreifl√ľgelanlage mit Cour d'Honneur. Vorgebildet im Landschloss mit kurzen Fl√ľgeln und in der ¬Ľseparierten Anlage¬ę mit frei stehenden Fl√ľgeltrakten, erfuhr sie ihre klassische Ausformung in Versailles, wo in den verschiedenen Umbau- und Erweiterungsphasen das Vorbild f√ľr zahlreiche europ√§ische Schl√∂sser entstand. Der Corps de Logis umschlie√üt drei Seiten des Ehrenhofs (Cour d'Honneur). Dieser wird durch Mauern, Balustraden oder Gitter vom vorgelagerten Wirtschafts- oder Vorhof geschieden, den wiederum die Communs (Verwaltungs-, Wirtschafts-, Stallgeb√§ude, K√ľchentrakte, Orangerien u. √Ą.) rahmen, z. B. Lun√©ville, Blenheim Palace, Sch√∂nbrunn (Wien), W√ľrzburg, Stuttgart, M√ľnster. Das Schloss entwickelte sich zu einem Ensemble hierarchisch gestaffelter Pavillons, Fl√ľgel, H√∂fe und Nebengeb√§ude und war so sichtbarer Ausdruck absolutistischer Herrschaftsform. Dies galt besonders, wenn es Konzentrationspunkt v√∂llig neuer Stadtanlagen war (Mannheim, Karlsruhe). Das Barockschloss ist stets mit weitr√§umigen Park- und Gartenanlagen verbunden. Bereits seit dem sp√§teren 17. Jahrhundert differenzierte man nach verschiedenen Bauaufgaben. F√ľr Jagd-, Land- und Lustschl√∂sser wurden eigene Typen entwickelt, die v. a. in der ausgekl√ľgelten Grundrissgestaltung dem Wunsch nach intimerer Geselligkeit nachkamen. Der hochbarocken repr√§sentativen Hofkunst Ludwigs XIV. folgte die elegante Adelskunst unter Ludwig XV. Ablesbar ist der Wandel in der Raumfolge und Innenraumgestaltung, die nie wieder so einheitlich, sinnvoll und v√∂llig auf den jeweiligen Rang und Zweck des Gesamtbaus wie des Einzelraums abgestimmt ist wie im Barockschloss. Die Lage von Vestib√ľl, Saal, Appartements wird durch Regeln exakt bestimmt (Enfilade). Die Raumgestaltung war Teamarbeit, so in Vaux-le-Vicomte, wo L. Le Vau (Architektur), C. Le Brun (Dekoration) und A. Le N√ītre (Gartenanlage) zusammenwirkten.
 
 Klassizismus und Historismus
 
Im Klassizismus und Historismus wurden kaum noch neue Schl√∂sser erbaut. Die wenigen neu errichteten Residenzschl√∂sser zeigen zwar klassizistische Einzelformen, folgen aber noch weitgehend dem Barocktypus (Koblenz, Oslo, Braunschweig) oder wurden wie das Palais dem st√§dtebaulichen Rahmen eingef√ľgt (Wiesbaden). Die Land- und Lustschl√∂sser sind, besonders in England, vom Vorbild Palladios bestimmt, vereinfachen das sp√§tbarocke Lustschl√∂sschen oder sind schlicht-vornehme Rechteckbauten. Im vom Historismus gepr√§gten 19. Jahrhundert √ľbernahm man auch beim Schlossbau alle bekannten historischen Stile. Neugotische Schl√∂sser wurden in England schon seit dem 18. Jahrhundert erbaut. Charakteristisch f√ľr den Stilpluralismus des 19. Jahrhunderts sind v. a. die Schlossbauten K√∂nig Ludwigs II. von Bayern: Neuromanik in Neuschwanstein, Neubarock in Herrenchiemsee, Neurokoko in Linderhof. Palast.
 
 
Burgen, S., Herrensitze, hg. v. W. Weidlich, 30 Bde. (1957-64);
 
Pal√§ste u. S. in Europa, bearb. v. M. Sch√ľtz (Wien 1970);
 
Historismus u. Schloßbau, hg. v. R. Wagner-Rieger u. a. (1975);
 
Paläste, S., Residenzen, hg. v. H. Boekhoff u. a. (Neuausg. 1975);
 W. Hotz: Kleine Kunst-Gesch. der dt. S. (31980);
¬†L. H√ľtte: S. (1982);
 U. Albrecht: Von der Burg zum Schloß. Frz. Schloßbaukunst im Spät-MA. (1986);
 
Italiens Villen u. Paläste, hg. v. J. Basehart (a. d. Engl., 1990);
 
S. u. Landsitze in Frankreich, bearb. v. R. Schezen u. a. (a. d. Amerikan., 1991);
 
Die schönsten S. u. Herrensitze in Osteuropa, bearb. v. M. Pratt u. a. (a. d. Amerikan., 1991);
 W. Prinz u. R. G. Kecks: Das frz. Schloß der Renaissance (21994);
¬†U. Sch√ľtte: Das Schlo√ü als Wehranlage. Befestigte Schlo√übauten der fr√ľhen Neuzeit im alten Reich (1994);
 
S. u. Schloßgärten in Dtl., bearb. v. W. Sowada u. T. Scheliga (Luzern 1995).
 
 2) Jägersprache: Verwachsungsnaht der Schambeine des Beckens beim Schalenwild.
 
¬†3) Technik: Vorrichtung zum Schlie√üen oder Verriegeln gegeneinander beweglicher Teile, z. B. an T√ľren, Deckeln u. √Ą., meist mithilfe eines Schl√ľssels. Schl√∂sser gibt es nach dem Verwendungszweck als T√ľrschloss, Kofferschloss, Tresorschloss, Autoschloss usw. Bei T√ľrschl√∂ssern unterscheidet man nach der Art der Anbringung als Haupttypen die gew√∂hnlich einfachen Kastenschl√∂sser (Anbauschloss, Aufsetzschloss), bei denen das den Verriegelungsmechanismus enthaltende Geh√§use auf eine Seite der T√ľr aufgeschraubt wird (bieten nur Sicherheit gegen den Zugang von der anderen Seite), und Einsteckschl√∂sser, die in die Stirnseite des T√ľrblatts eingelassen werden.
 
Allen Schlossarten gemeinsam ist ein im Geh√§use gef√ľhrter Riegel. Er wird in seinen Grenzlagen (ge√∂ffnet - verschlossen), beim mehrtourigen Schloss auch in Zwischenstellungen, durch Zuhaltungen festgehalten oder f√§llt als einseitig abgeschr√§gter Fallriegel beim Zuschlagen der T√ľr durch Federkraft von selbst ein (Schnappschloss). Die einfachste Bauart zeigt das Buntbartschloss, bei dem der Schl√ľssel mit seinem Bart in Aussparungen (Angriffe) des Riegels greift und diesen bei Drehung vorschiebt; die Zuhaltung besitzt mehrere Federrasten, die den Riegel in Lage halten. Bei Zimmert√ľren verwendet man meist zweig√§ngige Schl√∂sser, bei denen der Schlie√üvorgang noch einmal ausgef√ľhrt und der Riegel weiter hinausgeschoben werden kann. Sicherheit gegen unbefugtes √Ėffnen gibt hier nur die Form des Schl√ľssellochs, das so ausgef√ľhrt ist, dass nur ein zum Schloss geh√∂render Schl√ľssel mit geschweiftem Bart eingef√ľhrt werden kann. Mehrere Zuhaltungen besitzt das Chubbschloss; der zugeh√∂rige Schl√ľsselbart ist gestuft oder gezahnt.
 
Hauptbauteil des Sicherheitsschlosses (Zylinderschloss) ist ein drehbar im Geh√§use gelagerter Zylinderkern. In senkrecht zur Achse angeordneten Bohrungen in Geh√§use und Zylinder befinden sich mehrere verschieden lange Stiftepaare (Ober- und Unterstifte), deren gemeinsame Trennlinie bei einsteckendem Schl√ľssel mit der Trennlinie zwischen Geh√§use und Zylinder √ľbereinstimmt, sodass der Riegel durch Drehen des Zylinders bet√§tigt werden kann. Wird der Schl√ľssel aus dem Schloss gezogen, dr√ľcken in den Bohrungen sitzende Federn die Stifte in den Zylinder, die diesen dann sperren. Ein falscher Schl√ľssel bringt h√∂chstens einen Teil der Stifte in die richtige Stellung, die √ľbrigen sperren den Zylinder dann weiterhin. Durch Weglassen einiger Stifte oder komplexeren Aufbau (mit mehreren Trennebenen) ist es bei Schlie√üsystemschl√∂ssern m√∂glich, diese mit unterschiedlichen Schl√ľsseln zu bedienen (z. B. Zimmer-, Etagen-, Generalschl√ľssel). Eine Abwandlung des Zylinderschlosses ist ein Schloss, dessen zugeh√∂riges Schl√ľsselblatt mit einem Muster aus Mulden (Codierung) versehen ist, die die Stifte in die richtige Position bringen. Der Schl√ľssel wird dabei waagerecht ins Schloss eingef√ľhrt. - Kombinationsschl√∂sser werden ohne Schl√ľssel durch von au√üen verstellbare Zuhaltungen ge√∂ffnet, z. B. als nebeneinander angeordnete Ringe mit Ziffernbeschriftung (Zahlenschloss).
 
Schl√∂sser mit elektromagnetischem Schlie√ümechanismus, bei denen Elektromagneten Riegel und Zuhaltungen bet√§tigen, werden elektronisch gesteuert. Der Schl√ľssel wird durch eine magnetische Kennung (z. B. Magnetkarte), einen einzugebenden Zahlencode oder √Ąhnliches ersetzt, was die Variationsm√∂glichkeiten, etwa bei der Vergabe von Zugangsrechten, nahezu unbegrenzt macht.
 
 
Das √§gyptische Holzschloss (vor etwa 4 000 Jahren entwickelt) enthielt mehrere senkrecht angebrachte bewegliche Zapfen, die durch einen Schl√ľssel (Holzbrett mit in entsprechenden Positionen eingelassenen Stiften) zum √Ėffnen angehoben werden mussten. Beim primitiveren griechischen Schlosses (um 500 v. Chr.) wurde der Holzriegel durch Drehbewegung eines sichelf√∂rmigen Schl√ľssels ge√∂ffnet. Die R√∂mer f√ľhrten das Metallschloss (auch als Vorh√§ngeschloss) ein und sicherten es vor missbr√§uchlicher √Ėffnung durch Besatze, denen die Aussparungen im Schl√ľsselbart genau angepasst sein mussten. Giovanni da Fontana (* 1395 [?], ‚úĚ 1455 ) soll um 1420 das Buchstabenschloss (Schloss, das sich nur durch die Einstellung einer bestimmten Buchstabenfolge √∂ffnen l√§sst) erfunden haben. Um 1640 wurde das ¬Ľfranz√∂sische Schloss¬ę konstruiert, das J. G. Freytag in Gera in der 1. H√§lfte des 18. Jahrhunderts zur Grundlage des heutigen einfachen Schlosses machte. 1778 erhielt Robert Barron ein britisches Patent auf ein Sicherheitsschloss mit zwei Zuhaltungen; es wurde 1818 von Jeremiah Chubb verbessert. Schon 1784 hatte J. Bramah ein Zylinderschloss von zuvor nicht gekannter Sicherheit entwickelt, zu dessen Herstellung er die ersten Werkzeugmaschinen baute. Das 1848 von dem Amerikaner Linus Yale (* 1821, ‚úĚ 1868) konstruierte Zylinderschl√∂sser (Einbau von Federn zum Vordr√ľcken der Zapfen) basiert auf dem Prinzip des √§gyptischen Schlosses. Das in der 2. H√§lfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Kombinationsschl√∂sser geht auf das Buchstabenschloss zur√ľck.
 
 
F. N√ľssel u. E. Pfeiffer-Belli: Schl√ľssel u. S. (41984).
 
¬†4) Waffenwesen: bei Handfeuerwaffen derjenige Teil, in den die Patrone eingelegt und die Pulverladung gez√ľndet wird.
 
¬†5) Zoologie: CaŐ£rdo, an den Schalenklappen vieler Armf√ľ√üer und Muscheln ausgebildete scharnierartige Gelenkf√ľhrung, bei der Hervorragungen (Schlossz√§hne) der einen Schale in Vertiefungen (Schlossgruben) der anderen eingreifen, sodass ein seitliches Verschieben der Schalenklappen verhindert wird.

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SchloŐ£ss, das; -es, Schl√∂sser [mhd., ahd. slo í = (T√ľr)verschluss, Riegel; mhd. auch = Burg, Kastell, zu ‚ÜĎschlie√üen]: 1. a) (an T√ľren u. bestimmten Beh√§ltern angebrachte) Vorrichtung zum Verschlie√üen, Zuschlie√üen mithilfe eines Schl√ľssels: ein einfaches, rostiges S.; das S. der T√ľr, des Koffers, der Schublade; ein S. √∂ffnen, aufbrechen, √∂len; der Schl√ľssel dreht sich im, steckt im S.; die T√ľr ist ins S. gefallen (ist zugeschlagen); Julian dr√ľckte die T√ľr hinter ihr ins S. (dr√ľckte sie zu; Sebastian, Krankenhaus 63); b) kurz f√ľr ‚ÜĎVorh√§ngeschloss: ein S. vor die T√ľr h√§ngen; Ein S. ist vorgelegt, das mir den Zugang versperrt (Kaiser, Villa 92); *ein S. vor dem Mund haben (in Bezug auf etw. schweigen, keine √Ąu√üerung machen); jmdm. ein S. vor den Mund legen, h√§ngen (jmdn. [in einem bestimmten Zusammenhang] zum Schweigen veranlassen); hinter S. und Riegel (ugs.; im/ins Gef√§ngnis ): jmdn. hinter S. und Riegel bringen, setzen; hinter S. und Riegel sein; Wenn die Polizei dieses l√§ppische Papier gefunden h√§tte, s√§√üen Sie jetzt erst mal hinter S. und Riegel wegen Spionage (Kuby, Sieg 107); unter S. und Riegel (ugs.; unter Verschluss): die wertvollen Gegenst√§nde sind alle unter S. und Riegel; ‚ąô unterm S. tragen (unter Verschluss halten): Wenn das Maul ebenso geneigt w√§re, nach dem Herzen zu reden, so w√§re die Mode l√§ngst aufgekommen, die M√§uler unterm Schlosse zu tragen (Lessing, Minna II, 1). 2. Schnappverschluss: das S. an der Handtasche, am Koppel, am Armband; das S. einer Perlenkette √∂ffnen. 3. beweglicher Teil an Handfeuerwaffen, in dem die Patronen eingef√ľhrt werden, das Abfeuern u. Auswerfen der H√ľlse erfolgt: das S. des Gewehrs. 4. a) meist mehrfl√ľgeliges (den Baustil seiner Zeit u. den Prunk seiner Bewohner repr√§sentierendes) Wohngeb√§ude des Adels: das k√∂nigliche S.; ein prunkvolles, altes, verfallenes, verwunschenes S.; das Heidelberger S.; die Schl√∂sser der Loire, der Barockzeit; das Schloss in, von, zu W√ľrzburg; ein S. besichtigen; im S. wohnen; Auf diesem S. ... haben wir dann acht Tage gelebt (Hauptmann, Schu√ü 12); *ein S./Schl√∂sser in die Luft bauen (‚ÜĎLuftschloss);ein S. auf dem/im Mond (etw. v√∂llig Unrealistisches, etw., was nur in jmds. Vorstellung existiert); b) <o. Pl.> Bewohner des Schlosses: das S. geriet in Aufregung; nun, da das ganze S. in der Gluthitze schlief (Fallada, Herr 197).

Universal-Lexikon. 2012.

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